August 29, 2009

Heldendämmerung

Singe, Göttin, den Zorn des thymiotischen Sloterdijk … Jetzt wo mit der Verleihung des Tapferkeitsordens die Belohnungsstruktur der Leistungsgesellschaft auch in der Bundeswehr angekommen ist, lohnt es sich vielleicht mal wieder, über Helden nachzudenken. Vorgedacht haben dies bekanntlich die Amerikaner. Mit dem Heft The Fuhrer of Chicago schickt DC Comics 1978 Captain Marvel noch einmal in den Kampf gegen Captain Nazi. Das Comeback des erfolgreichsten Superhelden Amerikas – Anfang der 40er noch mit über einer Million verkauften Heften pro Monat.

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Juli 9, 2009

Bist Du Deutschland?

Deutschland ist schwer vermittelbar. Deutsche Kulturaußenpolitik tut, was sie kann. Das Goethe-Institut kämpft so für die globale Friedensmacht Deutschland in aller Herren Länder.

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Juni 1, 2009

Survival of the Fettest

Bügeln Sie mehr, duschen Sie weniger! Mit der Energie von drei Minuten duschen kann man auch eine Stunde bügeln. Und das Handtuch bleibt trocken. Alternativ könnten Sie auch sieben bis zehn Stunden fernsehen. Dabei kämen Sie nicht mal in Schwitzen und vermeiden die Verdunstungskälte. Googeln Sie nicht einfach rum, stricken Sie lieber einen Pulli. Rauchen Sie weniger Hanf, er ist auch ein gutes Dämmmaterial.

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April 1, 2009

Ziviles Unbehagen

Der Krieg ist ein uraltes Handwerk. Der Zivilist ist neu dabei. Früher, als noch echte Heerscharen in richtigen Schlachten aufeinander einschlugen, zählte man am Ende des Tages die Mannen und Meter. Der Bote verkündete Sieg oder Niederlage und die Namen der gefallenen Edelmänner. Dann zog man weiter. Weiterlesen →

Januar 26, 2009

Kaukasisches Brennen

Turn and run, nothing can stop them, around every river and canal their power is growing …”, sangen Genesis 1971 und meinten damit nicht die Russen, sondern den Riesenbärenklau. Jene gemeine grüne Riesenstaude entspringt dem Kaukasus und führt nun auch in unseren Gärten Low Intensity Wars, Weiterlesen →

Dezember 3, 2008

Pole Position

Von Hamburg nach Shanghai in nur zwei Wochen. In den Pausen an Deck kann man das rege Treiben der Schiffe beobachten. Russische Öltanker schleppen sich stoisch dahin und kanadische Patrouillenboote flitzen nervös durch die Passage. Am Horizont erheben sich trotzig Bohrinseln, das ewige Eis hat sich als vergänglich erwiesen.

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Oktober 7, 2008

Istanbul 2008

Beinahe jedenfalls. Die olympische Fackel hätte man dann bequem über die Landesgrenze tragen können, umweltschonend. Das IOC wollte es anders, und so stand es in der letzten Runde 56 zu 9 für Peking. Trotz der Bedenken aller Freunde der Demokratie und Menschenrechte, trefflich zusammengefasst in einer Resolution des empörten EU-Parlaments. Das IOC jedoch vertraute der Kraft des „Wandels durch Leibesübungen”. „New Beijing, Great Olympics” verkündete das Politbüro postwendend und stieß das Schaufenster zur Welt auf.

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August 15, 2008

Argentinische Arbeiterbewegung

Die schönste soziale Bewegung Argentiniens ist der Tango. In seinem Aufstieg zum Nationaltanz spiegeln sich die Pirouetten der argentinischen Identität zwischen „Zivilisation und Barbarei“ – so schon verkündet vom gleichnamigen Klassiker der argentinischen Literatur. Denn auf den widersprüchlichen Zuschreibungen von Pampa und Stadt, Europa und Lateinamerika gründet sich Argentinien. Und nicht zuletzt auf dem Verlangen, empfundene Rückständigkeit durch Europäisierung zu überwinden.

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Juni 20, 2008

Schalke, vorwärts zum Sieg! Mit besten Grüßen aus Russland. — Eure Gazprom

Während die meisten den Ivan, Mütterchen Russland und Väterchen Frost am Ofen im fernen Sibirien wähnen, kocht die deutsche Seele im Pott. Das Erdgasunternehmen Gazprom schloss mit dem Meister der Herzen, dem FC Schalke 04, im Januar 2007 einen aufsehen- erregenden Sponsoringvertrag über 125 Millionen Euro. Prompt sorgte man sich weit über die Fußballwelt hinaus um die Zukunft des professionellen Bälletretens in deutschen Landen. Allerdings entpuppt sich die Vereinbarung bei genauerem Hinsehen als weniger spektakulär als zunächst angenommen.

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April 15, 2008

Sprachlos in Europe

Wir reden zurzeit viel über Europa, aber Europa redet nicht. Nicht weil es an einem Amt mangelte, das ihm eine Stimme gäbe, sondern weil Europa in seiner Sprachenvielfalt sprachlos geblieben ist. ‚In Vielfalt geeint’ lautet das Motto der Europäischen Union und nicht ‚Aus Vielen Eins’. Entsprechend hat sie sich in der Grundrechtscharta nicht nur zur Achtung der Vielfalt der Kulturen und Religionen verpflichtet, sondern auch zu der der Sprachenvielfalt. Und das bedeutet inzwischen immerhin 23 Amtssprachen, davon drei Arbeitssprachen, etwa 60 weitere indigene Sprachen und etliche Migrantensprachen.

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